Alcudia-Cala Ratjada-Alcudia

14.06. (Sven)

Mittlerweile sind wir von Bonaire/  Mallorca nach Alcudia gefahren. Es war am letzten Morgen und in der Nacht wieder derartig unangenehmer Schwell am Ankerplatz, dass wir auch ohne passenden Wind beschlossen haben, in die nächste Bucht (also Alcudia) zu motoren. Dort lagen wir dann vom 6.6. bis 10.6. vor Anker.

In dieser Zeit haben wir die Befestigung des Großschotblocks am Großbaum ausgetauscht - mit bereits vorhandenen Bordmitteln. Der alte Gurt war schon stark angescheuert und einen Bruch bei Starkwind wollen wir nicht riskieren. 

Die Pfeile zeigen auf die neuen Gurte




Ein erneuter Tauchgang war notwendig, um den Faltpropeller, Welle und Anoden zu reinigen und gangbar zu machen. Das Unterwasserschiff ist nun insgesamt für die Saison zu 90% in Ordnung, ohne dass das Schiff aus dem Wasser musste.

Sven bei den Vorbereitungen zum Tauchgang

Da wir bis zur Fertigstellung des Gestänges für unsere Biminis noch über 1 Woche Zeit haben, segeln wir um die nächsten Caps nach Südosten in die Cala Ratjada und werfen Anker. 


Während wir durch den Ort zum Einkaufen gehen, fallen uns viele männliche Pärchen auf, und als wir später bei unserer Einkehr in einem Ristorante „gay Cala Ratjada“ googlen, finden wir tatsächlich raus, dass dieser Ort aus diversen Gründen für Homosexuelle besonders attraktiv ist.

Einkehr im Ristorante, um die italienische Lebensart hier in Spanien auch weiter hochleben zu lassen

Abendstimmung in der Cala Ratjada in den ersten Tagen, als das Meer noch ruhig war

Wieder einmal Wellen am Ankerplatz. Zunächst sitzen wir das aus – Am 12.6. holen wir nach Einkauf und Essen im Dorf am Nachmittag noch das Dingi hoch und bauen den Motor wieder ans Heck der Odin-X. Kaum 2 Stunden später sind wir froh, das getan zu haben – die Wellen sind inzwischen so hoch, dass wir unter diesen Bedingungen kaum noch den Aussenborder vom tanzenden Dingi beschädigungsfrei hochbekommen hätten. So ankern wir von Mittwoch auf Donnerstag eine Nacht und einen halben Tag in diesem Schwell – nicht so schlimm im großen Schiff solange die Yacht vom Wind ausgerichtet die Wellen von vorne nimmt. Um ca. 14:30 wird die Lage bedenklich, die Wellenhöhe nimmt um einen weiteren halben Meter auf 2m zu. Jetzt spritzen die höheren Wellen alle paar Minuten die Steuerstände nass - beim Aufklatschen des Hecks in die See. Wir überlegen Alternativszenarien. Ich rufe den nahegelegenen Hafen ob wir einen Platz bekommen können über Funk. Sie sagen: Ja wir haben einen Platz, aber es ist sehr „moving“ in der Marina. Hört sich schlecht an. Da haben wir dann mit viel Stress einen Platz weit außen und das Schiff zerrt an den Klampen und man muss mit den Masten und Rümpfen der Nachbarn unheimlich aufpassen und abfendern. Wie ein Zeichen kommt eine Welle, die das Salzwasser von hinten bis ins Cockpit über den Tisch spritzen lässt. Also entscheiden wir: Anker auf und gegenan raus und 21 Meilen zurück nach Alcudia in die Bucht. Wir danken der Marina und sagen über Funk ab – ziehen die Schwimmwesten an und Michaela klettert auf allen Vieren zum Bug, um den Anker zu hieven. Ich habe alle Mühe, mit Maschine das Schiff in Richtung Ankerkette zu halten – sie macht Bullriding auf dem Bug und signalisiert mit Händen : Anker 10m – Anker oben ! Und Gas. Der Ritt geht weiter für ca.30min gegenan, dann nochmal 30min Wellen von steuerbord. Nach dem zweiten Wegpunkt können wir soweit abfallen, dass die Wellen von schräg hinten kommen – nun ist das Schlimmste geschafft. Die letzten 7 Meilen können wir sogar die Bucht von Alcudia raumschots mit der Genua queren, Motor aus. Doch noch ein gutes Ende des Tages. Hier am Ankerplatz ist die See dann völlig ruhig. Es hat sich gelohnt. Um 19.00 waren wir am Anker und konnten nach dem Aufräumen das Essen machen. 

Am nächsten Tag schaut Michaela in die Webcam der Marina Ratjada: alle Schiffe an den vorderen beiden Molen sind verschwunden. Die sind am Freitag früh offenbar alle auf dringenden Rat oder Selbsteinsicht heraus geflohen. Der Hinweis des Marineros „ yes we have a place for you – but it is very moving in here“  war also sehr wertvoll. Ein Glück sind wir nicht reingefahren !!!
Nun erwarten wir für morgen schwachen Wind und viel Sonne und am Abend kommt unsere Tochter Victoria zu Besuch für 6 Tage. Am Dienstag gehen wir für 1-2 Tage in die Marina, um das Gestänge für die Biminis montieren zu lassen.

Und natürlich darf ein Sangria nie fehlen....


Kommentare

  1. Hallo Michaela und Sven,

    bei Euch ist ja immer viel los. Sehr spannende Lektüre :).
    Ich hoffe, dass ihr irgendwann mehr segeln als reparieren könnt. Aber vielleicht liest sich das auch nur so. Jedenfalls scheint Euch das Segler-Leben gut zu tun; man sieht es auf den Photos.

    Falls Ihr in zwei Wochen irgendwie die Moldau hinauf segeln würdet, dann könntet Ihr ans unserem Hamburger-Treffen teilnehmen. - Einen kleinen Umweg müsstet Ihr halt in Kauf nehmen.
    Falls das nicht klappt, viel Spass im Süden und hoffentlich bis bald mal. Uns wird es sicher irgendwann auf eine der Inseln ziehen, an der Ihr dann ankern werdet.

    Liebe Grüsse

    Stephan und die TTT

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  2. Hallo Sven und Michaela,
    Schön wieder euere Erlebnisse lesen zu können. Sind auch wieder auf dem Boot in Marina Cres und sitzen soeben heftige Gewitter aus. Sonst alles bestens und wir haben jetzt 4 Wochen um die Inseln anzufahren. Kleiner Tip zur Sprayhood oder Bimini. Achte darf dass keine PVC Klarsichtfolie direkt auf dem Edelstahlrohr liegt. Das fängt an zu schwitzen und gibt üble Korrosion am Edelstahlrohr. Wurde bei mir behoben indem ein Textilstreifen auf die Klarsichtfolie genäht wurde.
    Liebe Grüße Eckard und Jule

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  3. Hallo Michaela und Sven,
    wir gucken regelmäßig auf Eure Homepage und freuen uns wenn alles nach euren Wünschen klappt und kleine wie große Katastrophen Top beseitigt werden.
    Wir drückem ganz dolll die Daumen dass es weiterhin so gut alles klappt.
    Liebe Grüße Herwart und Edith

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