Time is running
05.01.26 (Michaela)
Die gemeinsamen Weihnachtsgeschenke (Thermobecher, gefüllt mit Schokoladen) von den "West End Friends" für die 16 Marina-Angestellten, die wir besorgt und an Bord von ODIN-X "übergabebereit" gemacht haben.
(Die "West End Friends" - unsere hier gegründete internationale Freundes- / Seglergruppe aus 5 Segelbooten, die alle am Westende des L1-Pontoons ihren Liegeplatz haben.)
Time is running….
Ende September sind wir von Castellamare del Golfo in 3 wirklich angenehmenTagesetappen hierher nach Licata gesegelt. Es waren so schöne Segeltage, dass ich - die Einfahrt zur Marina di Cala del Sole vor Augen - noch gar keine richtige Lust hatte, das Ende der Segelsaison einzuläuten. Am liebsten wäre ich einfach noch weiter Richtung Osten gesegelt, so tolle Segelverhältnisse gab es an diesem unserem letzten Segeltag 2025!
...noch ein letzter schöner Sonnenuntergang vor Anker und nochmals Segel setzen, bevor es ins Winterlager geht...
Und wie so oft - kaum genießt man es so richtig, bekommt man schon auch das Gegenteil präsentiert: nachdem wir östlich der Marinaeinfahrt geankert und die ODIN-X ganz gemütlich für den nächsten Morgen und das Anlegen in der Marina vorbereitet haben, kam der Schwell von Süden - und zwar nicht gerade wenig! Die beiden Boote, die mit uns vor Anker lagen, gaben auf - der eine fuhr mit seiner Segelyacht weiter Richtung Osten, die anderen verlegten ihre große Motoryacht in die Marina. Wir aber blieben hart, hatten wir uns doch so fest vorgenommen, die letzte Nacht vor Anker zu genießen (was, um ehrlich zu sein, nicht ganz einfach war…).
Nach dem fragwürdigen „Genuss“ legten wir dann am nächsten Morgen bei Sonnenschein und schon herzlichst begrüßt von unserem Freund Paul, der hier in Licata auf seiner „Falls of Lora“ Dauerlieger ist, an genau dem Liegeplatz an, den wir schon vor 4 und 5 Jahren hatten. Ein zugegebenermaßen schöner und ruhiger Platz!
Die erste Zeit hier in der Marina waren wie immer geprägt von diversen Arbeiten an und um die ODIN-X rum…
Zuerst natürlich, um die ODIN-X „winterfest“ zu machen - diverse Leinen tauschen bzw. waschen,
die kleinere Genua in der Skipperkabine verstauen und und und…
Dann Tauschen des Boilers, Motorservice incl. Einstellen der Ventile und Ventildeckel neu abgedichtet, (auf dem Bild ist Matthew im Einsatz),
das Teakdeck entsprechend reinigen und behandeln,
den Cockpittisch und das Brett zum Befestigen des Außenborders am Heckkorb lackiert,
zum wiederholten Male den leider am Ende der Segelsaison wieder nicht mehr arbeitenden Vang (= Kicker / Baumniederholer) ausgebaut und nach Hamburg zur Überprüfung geschickt (mittlerweile haben wir uns selbst als Weihnachtsgeschenk einen neuen gekauft, sind um ein paar Tausend Euro leichter, haben aber die Hoffnung, dass nun auch in den kommenden Segelsaisonen der Baum incl Großsegel entsprechend gehalten wird).
Zwei Arbeiten, die wir eigentlich an einen der beiden hier in der Marina tätigen Handwerker geben wollten, haben wir letztendlich aufgrund der schlechten (und nicht nur kostenmäßig schlecht - sprich übertrieben hochpreisigen) Angebote selbst in die Hand genommen:
- den Festsitz der beiden hinteren Klampen, die sich aufgrund der ständigen Belastung im Winter in Agios Nikolaos / Kreta leicht gelockert hatten
- und
- das Laminieren des Risses in der Backskiste Steuerbords sowie dann die Lackierung derselben (wie schön, dass ich in der Backskiste so viel Platz hatte...)
Und bezüglich der uns schon lange am Herzen liegenden Arbeit, die Schläuche / Leitungen in den beiden hinteren Badezimmern anders und kürzer zu verlegen waren die hiesigen Handwerker scheinbar von der Komplexität überfordert. Hier half uns unser langjähriger Freund und Wegbegleiter Frank von der SY Eira! Frank, den wir mit seiner Frau Eva im Winter 2020 in Cartagena kennengelernt hatten und der hier auch wieder einen Liegeplatz am selben Steg wie wir hat. Frank hat uns in seiner ganz unkomplizierten aber qualitativ ganz oben angesiedelten Art (da sieht man halt den deutschen Experten!) nicht nur geholfen - viel eher hat ER die Arbeit gemacht und wir beide konnten nur als Handlanger zur Hilfe gehen. Wir konnten und können ihm nach wie vor gar nicht genug dafür danken!!! 14m alte Schläuche sind raus und Waschmaschine an steuerbord und WC an Backbord entsorgen nun direkt auf Ihrer Seite. Vorher ging die Entsorgung von Waschmaschine einmal 4,5m hin und wieder zurück, und vom Backbord WC 4,5m nach Steuerbord . Wir wissen nicht wie das mal so entstanden ist…
In der letzen Oktoberwoche kamen unsere bayrischen Freunde Martin & Susi und Konny & Moni nach Licata, die sich relativ kurzfristig zu einem Urlaub auf Sizilien entschlossen hatten. Nachdem wir uns im März auf Kreta gesehen hatten, dauerte das Wiedersehen diesmal nur 7 Monate - wie schön!!! Mit ihnen konnten wir auf einem gemeinsamen Ausflug ein wenig mehr vom Landesinneren sehen und u.a. die Mosaik-Werke in der Villa von Casale bewundern.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Villa_Romana_del_Casale)
Wir hoffen nun, dass den Vier Sizilien so gut gefallen hat, dass sie bald wieder hierher kommen!
Wichtig zu erwähnen ist auch noch, welch nette kleine internationale Segler-Gemeinschaft wir am Ende unseres Steges haben:
Da wären die SPIRIT mit Suzanne & Rob aus den Niederlanden, die BOFCONT mit Martine & Donald aus Belgien, die SUNDANCE mit June & George aus Irland und die MAKULA mit Sylke & Dick aus Südafrika.
Wir haben uns alle 5 Boote sprich 10 Segler auf Anhieb bestens verstanden und viel Spaß miteinander! Wie schön, denn ganz so einfach ist es nicht, neue - nicht nur oberflächliche - Freundschaften zu knüpfen, und dann auch noch so, dass sich wirklich alle 10 miteinander und untereinander verstehen!
Irish coffee auf der SUNDANCE...
Ende November / Anfang Dezember ging es dann nach Deutschland und Österreich: Familie und Kardiologe standen auf dem Programm.
Wir haben uns gefreut, die Familie (einschließlich endlich mal wieder unserer Tochter!!!) Wiederzusehen - für Sven ging es dann von Wien aus zurück nach Sizilien, ich aber habe noch ein paar schöne Tage bei / mit meiner Mutti in Klagenfurt verbracht, wo ich schon mit von Mutti selbstgemachten Weihnachtskeksen empfangen wurde, von denen ich ganz viele auch zu Sven mitbrachte.
Adventsstimmung in Hamburg, Wien und Klagenfurt
Nun sind wir seit Mitte Dezember wieder beide hier zurück in Licata und auf der ODIN-X, haben mittlerweile Weihnachten und Neujahr mit unseren Freunden von der SPIRIT verbracht (BOFCONT, SUNDANCE und MAKULA waren über Weihnachten bei ihren Familien und kommen erst peu à peu wieder zurück).
Demnächst geht’s noch für zwei Tage nach Palermo, wo wir nach so vielen Jahren endlich wieder unsere Münchner Freundin Tanja treffen werden, die dort gerade mit ihrem (neuen) Partner einen schon lange geplanten Kurzurlaub auf Sizilien genießt.
Sonst aber sind wir froh, wenn nach den vielen Arbeiten, Reisen, traurigen und auch schönen Anlässen, Weihnachten und Neujahr wieder Ruhe und Normalität einkehrt.
11.01.26 (Michaela)
Nun sind wir schon wieder zurück aus Palermo, wo wir 3 (zwar nicht wettermäßig, weil zwischendurch mit heftigen Regenfällen) schöne und interessante Tage verbracht haben - Kultur, Markt, ein Zwischenstopp im ältesten Café Palermos, Aufwärmen in einer kleinen Enoteca und der Besuch der neuen Marina durften da nicht fehlen -
Zurück auf der ODIN-X wurden wir von heftigem NW-Wind begrüßt (der Mistral hat mal wieder gezeigt, was er so „drauf hat“) - und als Zugabe hatte er diesmal auch Hagel mit sich.
Das Wetter ist hier in den letzten Wochen doch sehr wechselhaft, aber verglichen mit dem Winter, den Deutschland und Österreich gerade erlebt, jammern wir hier auf hohem Niveau. Denn auch wenn es Regen und Wind gibt, so haben wir dazwischen sonnige und recht angenehm warme Tage (und auch an den eher kühlen Tagen gibt’s zwischendurch immer mal wieder auch ein paar Sonnenstrahlen), die bei windstille oder in windstillen Ecken für ein sehr angenehmes Klima sorgen.
Da steht dann einem Strandspaziergang, einer Einkehr in der Strandbar, einem Aperitivo im Café in der Marina - und für den ein oder anderen einem Sprung ins doch relativ frische Meer (ca 15Grad) - nichts im Wege.
Das Letzterwähnte war dann auch gut ersichtlich beim Neujahrs-Schwimmen… nichts für uns, aber mit einem Becher Glühwein war das Zusehen auch sehr nett!
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